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Pflegestufe: was Ihnen wirklich zusteht.

 

Eltern und Angehörigen, die Ihre hilfsbedürftigen Kinder zu Hause pflegen, steht unter bestimmten Voraussetzungen Unterstützung durch die Pflegekassen zu. Wie umfangreich diese ausfällt, bestimmt sich nach der Pflegestufe, in die Ihr Kind eingeordnet wird. Voraussetzung für eine Pflegestufe ist die dauerhafte Pflegebedürftigkeit, das ist ähnlich wie bei Erwachsenen. Allerdings wird bei einem Kind nur der Aufwand erstattet, der über den altersgemäßen Betreuungsaufwand gesunder Kinder hinausgeht – zum Beispiel in der Grundpflege, die Hilfen bei der Körperpflege, Nahrungsaufnahme und Mobilität umfasst.

Die Pflegestufen legen jeweils folgenden Aufwand zugrunde:

  • Pflegestufe 0, bei eingeschränkter Alltagskompetenz
    Wenn der zusätzliche Pflegeaufwand weniger durch die Grundpflege, als durch ständig erforderliche Aufsicht wegen zum Beispiel Verletzungsgefahr oder Weglauftendenz verursacht wird.
  • Pflegestufe 1, erhebliche Pflegebedürftigkeit
    Der zusätzliche Zeitaufwand für die Pflege beträgt mindestens anderthalb Stunden täglich, davon mindestens 45 Minuten für die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität).
  • Pflegestufe 2, schwere Pflegebedürftigkeit
    Zusätzlicher Zeitaufwand: mindestens drei Stunden am Tag, davon mindestens zwei Stunden für die Grundpflege.
  • Pflegestufe 3, schwerste Pflegebedürftigkeit
    Zusätzlicher Aufwand mindestens fünf Stunden (vier Stunden für die Grundpflege) täglich und jederzeit, also auch nachts.
  • Pflegestufe 3+ bei außergewöhnlich schwerer Pflegebedürftigkeit
    Hier handelt es sich um eine Härtefallregelung für Situationen, in denen die geleistete Pflege diesen Aufwand noch deutlich übersteigt und täglich für mindestens sieben Stunden Pflege benötigt wird, davon zwei Stunden lang nachts.

Über weitere Leistungen der Pflegekasse wie Ersatz- und Verhinderungspflege, Tages- und Kurzzeitpflege informieren wir Sie gerne. Kontaktieren Sie uns hier.

Die Leistungen aus der Pflegekasse werden nach Ihrem Antrag und der Prüfung durch die Pflegekasse gewährt: Zunächst wird der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) zu Ihnen nach Hause kommen und Ihr Kind und die Pflegesituation begutachten. Er legt dabei eine standardisierte Entwicklungstabelle zugrunde, die den altersgemäßen Betreuungs- und Pflegeaufwand für Kinder zeitlich einordnet. Der MDK prüft, ob Ihr Kind Unterstützung benötigt, die deutlich darüber hinausgeht.

Wir empfehlen Ihnen, zu diesem Zweck ein Pflegetagebuch zu führen, das Ihre Pflegeleistungen dokumentiert. Damit können Sie bei erschwerenden Faktoren den tatsächlichen, höheren Aufwand nachweisen und müssen sich nicht von vornherein mit dem Ansatz des Mindestaufwands zufriedengeben. Das kann den Unterschied zwischen zwei Pflegestufen und damit entscheidenden Erleichterungen für den Alltag mit Ihrem Kind ausmachen.

Wenn Sie dies wünschen, sind wir auch bei der Begutachtung durch den MDK dabei. Wir informieren Sie gerne über Ihre Möglichkeiten.